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Wie viele waren es?

Die Gesamtzahl der Angehörigen der Tschechoslowakei, die in die Wehrmacht eingezogen und nach Norwegen und Dänemark abkommandiert wurden, lässt sich erst in den letzten Jahren zuverlässig dokumentieren. Dank neu zugänglich gemachter Bestände zum Zweiten Weltkrieg in norwegischen und tschechischen Archiven ist es nun erstmals möglich, die Zahl der in den Reihen der Wehrmacht eingesetzten tschechoslowakischen Bürger zu ermitteln.

Für die Besetzung Norwegens stellte das nationalsozialistische Deutschland umfangreiche Streitkräfte bereit, deren Stärke während der Kriegsjahre zwischen 300.000 und 600.000 Soldaten schwankte. Die meisten von ihnen waren Reichsdeutsche, doch bis zu zwanzig Prozent machten mobilisierte Einwohner aus einer Reihe besetzter, meist ethnisch gemischter Grenzgebiete Polens, Frankreichs, Belgiens und der Tschechoslowakei aus.

Im besetzten Norwegen und Dänemark waren weitere paramilitärische uniformierte Formationen tätig, die über eigenes Personal verfügten. Ein Beispiel ist die paramilitärische Organisation Todt, die über 35.000 Beschäftigte erfasste. Einen kleinen Teil stellten deutsche Stammkräfte (einschließlich der Deutschen aus dem Protektorat), die Mehrheit jedoch Zwangsarbeiter aus zahlreichen besetzten Ländern. In Norwegen begegneten daher protektorats- und sudetendeutsche sowie tschechische Männer in deutscher Uniform zwangsangesetzten tschechischen Arbeitern in der Uniform der Organisation Todt.

Die Zahl der Angehörigen der Tschechoslowakei, die sich während der Kriegsjahre im norwegischen Gebiet in den Reihen der Wehrmacht und anderer uniformierter Formationen befanden, könnte bis zu zwanzigtausend Personen erreicht haben. Am Kriegsende erfasste das Repatriierungspersonal über 15.000 Personen mit Bezug zur Tschechoslowakei. Davon dienten mindestens 13.000 Angehörige der Tschechoslowakei in Wehrmachtsuniform in Norwegen, und etwa ein halbes Tausend in Dänemark.