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Warum rückte er in die deutsche Armee ein? Die Geschichte von Otto Bock aus Böhmisch Trübau.

Otto Bock wurde in Wien in eine tschechisch-österreichische Familie geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Böhmisch Trübau, wo er zur Schule ging. Er heiratete eine Frau aus der Gegend und arbeitete als Dreher. Böhmisch Trübau war während des Krieges eine Grenzstadt des Protektorats. Während des Krieges wurde Otto zur deutschen Armee eingezogen, da ihn die Besatzungsbehörden aufgrund seiner österreichischen Wurzeln als Deutschen betrachteten.

Geschichte 1:

Er rückte in die Wehrmacht ein, weil er neben tschechischen auch österreichische Wurzeln hatte

Otto Bock (*1918 Wien) wurde in eine tschechisch-österreichische Familie geboren. Seine Mutter Terezie, geb. von Seling, heiratete vor dem Ersten Weltkrieg den tschechischen Arbeiter Gustav Bock. Die Familie mit drei kleinen Kindern lebte in Wien und zog später nach Böhmisch Trübau. Otto besuchte dort die Volks- und Realschule, die letzten Jahre der Realschule absolvierte er in Landskron. Seinen Wehrdienst in der tschechoslowakischen Armee leistete er in Proßnitz und beim 2. Luftwaffenregiment in Olomütz. In Böhmisch Trübau arbeitete er als Dreher bei der Firma Šrefel. Er heiratete Anna, geb. Ptáčková, und 1941 wurde ihre Tochter geboren.

Im Januar 1942 wurde Otto zur deutschen Armee eingezogen. Er diente bei der Kriegsmarine als Maschinist, zuletzt in Norwegen in der Nähe von Trondheim. Er nahm an der Meuterei auf dem Schiff 6414 (Seeschwalbe) teil und wurde vorübergehend von der Gestapo verhaftet.

Nach der Kapitulation Deutschlands geriet er in das Gefangenenlager Lånke bei Trondheim. Am 20. 8. 1945 wurde er von einem tschechoslowakischen Offizier, Oberleutnant Václav Plaček, verhört. Dieser empfahl die Ausstellung eines Repatriierungsvisums. Am 8. Oktober 1945 reiste er mit dem Schiff Wanthe von Norwegen nach Tschechien.

Bearbeitet von: Vendula V. Hingarová